Neue Entwicklungsstrategie 2023-2027 – Vorbereitung


Anfang Mai 2022 bewirbt sich die Region Steirische Eisenstraße ein weiteres Mal als „LEADER“-Region. Bei erfolgreicher Bewerbung erhält die Region ein Budget, über das sie selbst verfügen kann. Was eingereicht werden muss: Eine mutige Strategie, die die Herausforderungen unserer Region erkennt und Lösungsansätze liefert. In Summe geht es darum, das Lebensumfeld an der Eisenstraße „lebenswert“ zu gestalten. Damit wir (und unsere Kinder) hier gerne wohnen.

In den nächsten Monaten entwerfen wir eine aktuelle Strategie für die kommenden Jahre. Elementare Säule dafür: Ideen, Feedback und Engagement aus der Region. Dafür braucht es „Mit-Denker“ und „Mit-Umsetzer“. Denn (Förder-)Geld allein ist nicht alles.

Haben Sie eine gute Projektidee? Was sehen Sie als größte Herausforderung? Wo würden Sie ansetzen? Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung – am einfachsten über leader@steirische-eisenstrasse.at. Gerne können Sie auch einige wenige Fragen per >>  “Mentimeter”  << beantworten.

 

 

Die Themenfelder für die Periode 2023-2027:

 

Aktionsfeld 1: Steigerung der Wertschöpfung:

  • Land- und Forstwirtschaft;
  • Tourismus;
  • Wirtschaft, Gewerbe, KMU, EPU
  • Handwerk

Aktionsfeld 2: Festigung oder nachhaltige Weiterentwicklung der natürlichen Ressourcen und des kulturellen Erbes:

  • Natur- und Ökosysteme
  • Kultur
  • Bioökonomie: Land-und Forstwirtschaft, sonstige biogene Abfälle, Reststoffe und Nebenprodukte
  • Kreislaufwirtschaft

Aktionsfeld 3: Stärkung der für das Gemeinwohl wichtigen Strukturen und Funktionen:

  • Daseinsvorsorge wie z.B. Dienstleistungen, Nahversorgung
  • Regionales Lernen und Beteiligungskultur (wie z.B. LA 21 Prozesse)
  • Soziale Innovation

Aktionsfeld 4: Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel

  • Energie: Endenergieverbrauch, erneuerbare Energie
  • Treibhausgas-/CO2 Einsparung
  • Nachhaltige Mobilität
  • Land- und Forstwirtschaft
  • Wohnen

 

Die Steirische Eisenstraße ist eine attraktive Region zum Arbeiten wie zum Leben. Sie bietet Jobs auf Augenhöhe mit größeren Städten, gute Einkommen und zugleich Erholung und Natur direkt vor der Haustür. Trotzdem ist sie mit dem Paradoxon massiver Abwanderung und einem Rückgang der arbeitenden Bevölkerung konfrontiert, die in den Gemeinden abseits des Zentralraums umso stärker ausgeprägt sind und sich in Zukunft weiter verschärfen werden.

Die demografische Entwicklung ist die größte Herausforderung der Region. In einer aktuellen Befragung wurden der Bevölkerungsschwund, der drohende Rückgang der arbeitenden Bevölkerung auf Grund der bevorstehenden Pensionierung der geburtenstarken Jahrgänge und die damit verbundene Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte als die wichtigsten Herausforderungen für die kommenden Jahre erachtet. Um den derzeitigen Entwicklungen entgegenzusteuern, kommt dem Thema „Zuzug“ in den kommenden Jahrzehnten eine elementare Bedeutung zu. Für erfolgreiche „Bleibe“- und Zuzugsbemühungen braucht es neben „harten“ Faktoren (Kinderbetreuung, Wohnraum, vielfältige Berufsmöglichkeiten u.ä.) ein attraktives Lebensumfeld – in Hinsicht auf Naturräume und Freizeit ebenso wie in Bezug auf diverse urbane, soziale und weitere Faktoren.

Die zentralen Entwicklungsbedarfe ergeben sich somit aus Maßnahmen, die dazu beitragen, dass Menschen hier wohnen bleiben, bzw. zurückkehren, bzw. zuziehen. Für eine erfolgreiche „Bleibe“- und Zuzugsstrategie müssen die bisherigen Stärken der Region (etwa Erholung und Natur direkt vor der Haustüre von attraktiven Jobs) weiter gestärkt, zusätzliche urbane Qualitäten inkl. attraktiver Orts- und Stadtkerne entwickelt und weitere Maßnahmen für ein „lebenswertes Umfeld“ gesetzt werden.

In diesem Sinn erfolgt eine Fokussierung – mit einem aktiv betriebenen Zuzugsmanagement als Querschnittsmaterie – auf folgende Bereiche:

  • Attraktivierung der Stadt- und Ortskerne inklusiver neuer Nutzungsformen (Wohnen, Dienstleistung u.ä.), um die Gemeinden im Umfeld der Industriearbeitsplätze zu Orten mit hoher Wohn- und Lebensqualität zu machen. Dabei sollen die Zentren auch als Begegnungsräume attraktiver werden und Verweilangebote für benachteiligte Gruppen wie die Jugend und Senior:innen Berücksichtigung finden. Eine starke Bürgerpartizipation ist in diesem Bereich anzustreben. – Aktionsfelder (AF) 2 +3
  • Erschließung der Naturraumpotentiale mit Fokus auf Naherholung. Auch touristische Initiativen sollen mittelbar den Bewohner:innen und der Lebensqualität in der Region zugutekommen (wichtig für Zuzug, Rückkehr usw.). Dem sich in Corona-Zeiten noch verstärkt habenden Megatrend „Sehnsucht nach der Natur“ wird durch die Erhaltung intakter Natur und entsprechenden (freizeit-)touristischen Angeboten Rechnung getragen. – AF 1+2+3+4
  • Tourismus ist mit der Ausrichtung auf „Abenteuer“ v.a. für die nördlichen Gemeinden der Region ein maßgebliches Zukunftsthema, das entsprechend ausgebaut werden soll.
  • Neue Rollen für die Kultur: Kulturelle Akzente sollen – in einer Industrie- & Bergbau-Region auf dem Weg vom Gestern ins Morgen – auch in Zukunft Identität vermitteln und Zusammenhalt fördern. Dazu sollen sie aber auch als wirksame Instrumente für Regionsbranding zu einem als modern, lebendig, dynamisch, innovativ und urban empfundenen Umfeld beitragen, und die Themen von benachteiligten Gruppen (etwa die Lebens-, Arbeits- und Sozialwelten von Frauen) aufgreifen. – AF 2+3
  • Aufbau/Ausbau einer hochwertigen Kulinarik und regionalen Eigenversorgung mit entsprechender Verfügbarkeit der Produkte. Eine entsprechende „Regionalität“ ist ebenfalls ein elementarer Baustein für die Verbesserung der Lebensqualität an der Steirischen Eisenstraße und liefert zudem einen wichtigen Umweltbeitrag. – AF 1+3+4